Apple vs Amazon: Streithähne sollen sich vertragen

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Geschrieben 25. Januar 2013 von Ronny Broszinski in Allgemein
Apple Amazon App Store

Die Richterin Elizabeth Laporte hat erstmalig entschieden: zuerst sollen sich die beiden Unternehmensgiganten Apple und Amazon außergerichtlich im Prozess um den Begriff “AppStore” einigen, bevor sie mit dem Prozess weitermacht. Begründung: alles ist so unklar, dass es wahrscheinlich sinnvoller ist, außerhalb des Gerichts zu einer Entscheidung zu kommen.

Auslöser für den Streit war der von Apple geprägte Begriff “AppStore”. Im AppStore können sich die Apple-Kunden mit ihren jeweiligen Geräten – von Macbook bis iPad – Programme von externene Entwicklern herunterladen. Diese sogenannten “Apps” werden von Apple, bevor sie in den AppStore aufgenommen werden, verifiziert und funktionieren üblicherweise nur für iOS-Betriebssysteme.

Im März 2011 hat das größte amerikanische Online-Kaufhaus Amazon für seine E-Reader Geräte “Kindle” bzw. “Kindle Fire”, die auf dem konkurrierenden Betriebssystem Google Android laufen, einen eigenen “AppStore” errichtet. Vorerst hieß der virtuelle Shop, in dem man sich externe Programme herunterladen konnte, “Amazon AppStore for Android”. Mit dieser Bezeichnung hatte Apple offensichtlich kein Problem; sie trennte ganz klar das Angebot der beiden Marken. Doch Amazon kürzte den sperrigen Namen auf “Amazon Appstore”, was dem Consumer Electronics Vorreiter “Apple” Anlass gab, gerichtlich vorzugehen.

Sollten sich Amazon und Apple bis August 2013 nicht über ein Ergebnis einig werden, wird der Fall wieder vor Gericht aufgenommen. Bis dahin stehen für Apple allerdings auch weitere wichtige Entscheidungen aus. In Europa konnte der Konzern den Begriff “AppStore” nämlich markenrechtlich schützen lassen, in den USA wartet man seit 2008 auf einen diesbezüglichen Entschluss. Nur deshalb ist es überhaupt zu diesem Streitfall gekommen. Sollten sich die zuständigen Behörden für eine Zusprechung der Rechte für Apple entscheiden, muss Amazon eventuell auch nachträglich noch viel Geld zahlen.

Allerdings ist kein Urteil in Stein gemeißelt, das weiß man aus unzähligen anderen seltsamen Fällen in den USA. Im Falle DiChristina etwa hat ein Richter in New York sogar das Glücksspiel als Geschicklichkeitsspiel erklärt, nur um damit gegen den Strom vieler bereits bestehender Urteile zu gehen. Dieses Urteil wird wahrscheinlich im laufenden Jahr in der Berufung noch mal revidiert, denn es geht um nicht wenig Geld für alle Beteiligten, das auf dem Spiel steht.

Ähnlich ist es auch häufig in Sachen Innovation und Patentrechte. Erst vor kurzem konnte Apple den Streit gegen Samsung für vorerst abgeschlossen erklären. Auch diese beiden Elektronik-Riesen haben sich wegen angeblichem Copyright-Diebstahl auf Produktinnovationen bekriegt. Interessanterweise hat man in den USA Apple Recht gegeben, in Südkorea und Großbritannien ging Samsung als Sieger aus dem Gerichtskampf.


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Ronny Broszinski


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